Medaillenjagd bei der Armwrestling-WM in Japan

Während es in Deutschland langsam gemütlich wird, erleben unsere Armwrestler einen heißen Herbst: Nach dem Heimspiel beim Over the Top am 12. September im CongressPark Wolfsburg geht es nun auf die größte Bühne des Armringens. In Tsuchiura (Japan) treffen in dieser Woche bei der Weltmeisterschaft 2026 die stärksten Athletinnen und Athleten der Welt aufeinander. Rund 30 Nationen schicken ihre Elite-Kämpfer an den Tisch. Die deutsche Nationalmannschaft reist mit einer ambitionierten Auswahl nach Fernost, angeführt von unserem hochkarätigen Trio, das nach der erfolgreichen Generalprobe beim heimischen Turnier brennt, offene Rechnungen aus dem Vorjahr zu begleichen. Das Trio bricht an diesem Mittwoch, den 23. September, via Hongkong nach Japan auf.

„Hellboy“ Schlitte in Topform: WM-Generalprobe im Congresspark geglückt

Matthias „Hellboy“ Schlitte sorgte beim jüngsten „Over the Top“-Heimspiel 2026 im Wolfsburger Congresspark vor über 500 begeisterten Zuschauern für das absolute Highlight: Der 13-fache Deutsche Meister trat in der beinhart besetzten 80-Kilogramm-Klasse direkt aus dem vollen WM-Trainingsbetrieb heraus an. Trotz müder Muskeln marschierte er ungeschlagen durch die Vorrunde und fegte am Abend im Finale den Dänen Akim Kalinuk souverän vom Tisch.

Nach einem bitteren Wettkampftag im Vorjahr bei der WM in Baku, wo Schlitte nur im Mittelfeld landete, ist die Revanche im Limit bis 70 Kilogramm das klare Ziel. „Matthias hat sich intensiv und zielgerichtet vorbereitet. Der Turniersieg zeigt, dass er erneut um eine Medaille kämpfen kann“, verspricht Trainer Olaf Köppen. Nach dem Sieg bei den Arnold Classics im März in den USA und dem Heimsieg geht der Hellboy mit ordentlich Selbstvertrauen auf die Reise nach Japan. Zudem kann er nach dem auskurierten Riss des Brustmuskels wieder aus den Vollen schöpfen, sodass ein Platz in den Top 5 zunächst das erklärte Ziel ist.

Täger-Zwillinge: Nach Baku-Drama und Verletzungssorgen zurück zur Weltspitze

Die Ausnahmezwillinge Jan und Fabian Täger (-63kg) wollen im fernen Osten die bittere Pille des letztjährigen Baku-Finales vergessen machen. Damals schafften sie ein sportliches Novum und kämpften sich parallel bis ins Halbfinale vor, wo Jan seinen Bruder Fabian kampflos ins Finale einziehen ließ. Ein aggressiver Virus knockte Fabian am Finalabend jedoch komplett aus – kampfloses Silber für Fabian und Bronze für Jan.

Beim Over the Top lief der finale Test für die „Dangerous Twins“ schweißtreibend: Fabian laborierte an Nackenproblemen und sicherte sich mit rechts den 2. Platz. Jan verletzte sich in der Vorrunde am rechten Arm, biss sich jedoch zu zweimal Bronze in der 70-kg-Klasse durch. Bis zum Turnierstart wird es nun knapp. Trainer Olaf Köppen weiß: „Die Konkurrenz aus Osteuropa und Asien kommt näher. Die Generalprobe lief etwas holprig. Allerdings sind Jan und Fabian absolute Wettkampftypen und steigern sich unter Druck.“

Das WM-Programm und die Fortsetzung der NDR-Dokumentation

In den mit knapp 20 internationalen Rivalen pro Gewichtsklasse stark besetzten Feldern (darunter Top-Athleten aus Bulgarien, Polen und Aserbaidschan) kommt es am Tisch auf Sekundenbruchteile an. Nach dem offiziellen Wiegen am Freitag gilt es ernst: Am Samstag wird mit links und am Sonntag mit rechts gekämpft.

Für das Wolfsburger Starensemble gab es bereits vor dem Abflug Grund zur Freude: Sponsor Rene Sandt (Geschäftsführer von Sportlermarketing.com) übergab dem Trio im Congresspark auf der Bühne die neuen Nationaltrikots mit dem WM-Motto „Road to Japan“. Nun heißt es Daumendrücken, wenn das Trio in Nippon um Edelmetall fightet – das Outfit stimmt dafür schon.

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