Armwrestling-EM in Rumänien

Von der Casino-Welt ins Reich Draculas: Schlitte auf Medaillenjagd in Transsilvanien

Vom Spielerparadies Las Vegas über die Merkur Spielbank in Magdeburg bis zur Europameisterschaft nach Rumänien: Für Matthias „Hellboy“ Schlitte reiht sich 2026 bislang ein Höhepunkt an den nächsten. Nun wartet mit der Armwrestling-Europameisterschaft in Brasov (Rumänien) vom 10. bis 15. Juni der erste große internationale Saisonhöhepunkt.

Rund 1.000 Athletinnen und Athleten aus ganz Europa werden in Siebenbürgen erwartet, wenn die kontinentalen Titelträger ermittelt werden. Mit dabei ist auch unser Armwrestler, der in der Klasse bis 70 Kilogramm auf Medaillenjagd gehen wird.

Der Weg zur Europameisterschaft verlief für den Weltmeister von 2022 jedoch alles andere als optimal. Nach seinem Triumph bei den Arnold Classics in Columbus (USA), wo er Gold gewann, zog sich Schlitte bei den North American Championships in Las Vegas einen Muskelriss zu. Trotz der Verletzung kämpfte er sich damals sensationell noch zur Silbermedaille.

„Die Heilung hat deutlich länger gedauert als gedacht. Normalerweise absolviere ich acht Wochen intensive Vorbereitung auf eine Europameisterschaft. Diesmal war die Vorbereitungszeit wesentlich kürzer“, erklärt Schlitte.

Dass die Form dennoch stimmt, bewies der Wolfsburger zuletzt beim internationalen Turnier „MERKUR, READY, GO!“ in Magdeburg. Dort gewann er Gold in seiner Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm sowie Silber in der Klasse bis 90 Kilogramm und sammelte weiteres Selbstvertrauen für die anstehenden Titelkämpfe.

Mit bislang drei Gold- und zwei Silbermedaillen bei internationalen Turnieren verlief das Jahr 2026 für unseren VfL-Athleten äußerst erfolgreich. Dennoch sieht der „Hellboy“ noch Luft nach oben.

„Die Form war nach der Verletzung nicht komplett weg, aber ich habe mich lange etwas eingerostet gefühlt. Und an der verletzten Stelle ist unterbewusst immer noch ein komisches Gefühl vorhanden. Trotzdem bin ich zufrieden mit den Ergebnissen und weiß, dass bei der EM vor allem die Technik entscheidend sein wird“, so Schlitte.

Gerade dieser Aspekt stand in den vergangenen Monaten besonders im Fokus. Bei der Weltmeisterschaft in Baku hatten sich viele Gegner gezielt auf die Kampftechnik des Deutschen eingestellt. Statt offener Angriffe versuchten sie häufig, den Weltmeister von 2022 in langwierige Kämpfe zu verwickeln oder technische Fehler zu provozieren.

„In Aserbaidschan lag der Fokus meiner Gegner darauf, mich müde zu machen und in Fouls zu zwingen. Deshalb habe ich meine Technik Anfang des Jahres angepasst und neue Varianten ins Repertoire aufgenommen. Das hat bei den Arnold Classics hervorragend funktioniert und soll nun auch bei der Europameisterschaft den Unterschied machen.“

Die Konkurrenz in Rumänien wird hochkarätig besetzt sein. Besonders starke Teams werden erneut aus Georgien, Aserbaidschan, Bulgarien, der Ukraine und Gastgeber Rumänien erwartet. Entsprechend vorsichtig formuliert Schlitte seine Zielsetzung.

„Nach der Verletzung wäre es vermessen, von einem Titel zu sprechen. Wenn alles passt, ist eine Medaille möglich.“

Ob die Medaillenjagd in Brasov erfolgreich verläuft, entscheidet sich für den Wolfsburger am Sonntag. Bereits zwei Tage zuvor muss die Waage grünes Licht geben, damit es nicht nur in der glitzernden Casino-Welt, sondern auch im rauen Transsilvanien mit einem Top-Ergebnis klappt. Dann wartet die europäische Elite im Limit bis 70 Kilogramm auf den „Hellboy“. Gekämpft wird unweit des legendären Dracula-Schlosses. Unser VfL-Athlet möchte dort nicht Teil einer Vampirlegende werden, sondern seine sportliche Erfolgsgeschichte im Jahr 2026 fortschreiben.

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